Wallen-Dienstage sind schön

…weils grad zu riskant wäre, in die Stadt zu gehen. Überall lauern sie, die Verliebten, diese verdammten Verliebten, diese verblödeten verdammten Verliebten. Diese … ach ihr wisst schon, die die sich halt noch über die Gründe nicht bewusst geworden sind, warum sie alleine besser dran wären. Jedenfalls ist mal wieder Weltblumenhändlertag und den verbringt jeder Leidende besser in seinen eigenen vier Wänden. Vor allem wenn man wieder Gefahr läuft, seinen Blog zu vernachlässigen.

Na dann tragen wir doch mal schnell nach. Also Kombüsen Slam war einfach nur Bombe. Es war ohne Übertreibung der geilste Slam, auf dem ich je war. Nachlesen kann man auch hier! Einen Tag gabs dann zum Entspannen. Doch dieser reichte bei Weitem nicht aus. Mit meinem Minitourbegleiter Yannick gings dann ab zu zwei tollen Slams. Und siegreich waren wir. Und brüderlich geteilt haben wir auch! Ist das nicht schön. Ich hab mir diesmal die Linzer als Terrainmarkierungsstädte ausgesucht, Yannick dann Innsbruck. Nun, wenn die Grazer unterwegs sind, dann ist das halt so. Ist halt Slam und nicht Fussball.

Und natürlich gab es da so viele schöne Momente. Die drei schönsten waren:

3. Workshop in Innsbruck auf bosnokroatoserbisch zu leiten. Hat einfach was!

2. Stefan Abermann küsst Martin Fritz. Eigentlich ja eh nichts Besonderes, aber die 400 Leute da habens gefeiert und als Statement wars halt passend. Männer können sich eben küssen, was ist dabei. Ist halt Slam und nicht Fussball.

1. Der Finaltext von Christopher Hüttmannsberger in Linz. Das war einfach nur Soul, was mein Bruder da gedroppt hat. Das war einfach nur Soul!

Tja, einwenig herzlos hab ich das alles jetzt geschrieben, nicht war? Ja! Gehört sich auch so! Ich pflege am Valentinstag keine Gefühlsausbrüche zu dingsen. Ich hasse an diesem Tag einfach nur. Ich würde auch mein Kind eher Adolf nennen als Valentin. Zum Glück ist bald alles wieder vorbei, die Romantikinfektionsrate wird wieder sinken und man wird sich wieder alleine in Bars hinhocken dürfen, um sein Blog zu vernachlässigen.

Ja was machen wir die Tage noch?

Tjaaa, toll ist das. Der Jänner war geschmeidig, wie ein Jahresbeginn eben auch sein sollte. Ein Slam vor der Haustür, ein traumhafter Jahresauftakt mit der Lesebühne: Gewalt ist keine Lesung, ein Leobenerlebnis zum Dahinschmelzen und das Gefühl in Wien einer ganzen Stadt in die Arme fallen zu können. Danke Textstrom, es war einfach nur herrlich!

Und wie gehts jetzt weiter Diggi?

Geschmeidig würd ich mal sagen. Mit dem Restjänner geben wir dem Jänner noch mal den Rest. Am Dienstag, den 28.01, heißt es wieder mal: Wir haben sie nicht alle, aber wir habens drauf! It´s Kombüsi Schmußi Baby, der Kombüsen Slam geht in die nächste Runde und schreibt seine erste Veranstaltung im Nullo14. Es steht schon ein BistDeppatLineUp und über 100 Slamhungrige Menschenitos und Menschenitas sind willens, sich dieses zu geben. Alle Einzelheiten dazu und zu dem dazu passenden Workshop, der vor dem Slam von mir gratis angeboten wird, gibt es in einem gesonderten Blog. Na komm schon, click drauf!

Am Donnerstag gehts dann schon ab nach Linz, am Freitag ab nach Innsbruck und dann wird heftigst in den Feber hineingetanzt (night feber, night feber), dass ist mal so sicher, wie das P-P-Poetry in der Bäckerei. Und berichtet wird dann danach…

Alles Liebe, euer Tanzbär

hello 14

So, 13 war so ein inhaltvolles Jahr und ich vergesse die großartigen Momente sicher nie in meinem Leben. Ein wenig vorwurfvoll steh ich mir dann immer mal wieder gegenüber und beschimpfe mich selbst, weil ich es versäumt habe, diese Erlebnisse zu dokumentieren.

Und jetzt, ja jetzt ist es ja auch schon fortgeschrittener Jänner. Es wird also mal Zeit, einem meiner ernstgemeinten guten Vorsätze nachzukommen: Regelmäßig bloggen!

Ab heute, versprochen, wird doppelt aufgepasst!

Out in the street, they call it ÖÖÖ-slam

„Wellcome to Salzburg“, die Straßen verregnet, die Kneipn ein Denkmal und das Arge das Zentrum der österreichischen Slamkultur! Und wir mittendrin, mit Bändchen und der Liebe zur LiteraTour. Das waren zwei wunderbare Tage voller geiler Eindrücke, Viel Feier, viel Herz, viel Liebe. Die Slamkrone ging an Yasmin Hafedt, der U-20 Titel an den unglaublichen Mriri, und an den Rest erinnert sich eh keiner der nicht da war, also schön weiter sagen.

2014 wird der Ö-Slam im Übrigen in Graz ausgetragen, dass sich mit Titelverteidiger und Lesebühnenlegende Klaus Lederwasch sowie Kombusen-Vertreter Yannik im Finale gleich zweimal present zeigte.

 

Auf tolle Slamsaison 2014 freut sich der Tanzbär mit der Gummihüfte

im übrigen, Termine:

11.10 Minoriten Poetry Slam

24.10 1.ste Grazer Lesebühne „Gewalt ist keine Lesung“

 

 

Begleisdorferung, Poetry Slam in Gleisdorf

Gleisdorf wollte nun auch mal zum Slamveranstaltungsort werden. Mit den „Gleisdorfer Literaturtagen“ war der passende Rahmen gefunden, mit dem Kulturkeller auch eine perfekte Location und so machte sich die Steirische Slamily auf den Weg ins out-of-graz.

Gründe sich zu freuen gibt es en mass. So wurde nun auch mal wieder das Moderatorensakko vom Bügel genommen, Süßes gekauft und eine Tatwaffe beschaffen, mit der man Zeitlimitsünder spektakulär von der Bühne werfen könnte.

Eine handvoll Teilnehmer: Nikola, Martin Mauerhofer, Klaus Lederwasch, Christine Teichmann und H.C. Roth.

Nachdem das Publikum mit Regelwerk und Ablauf vertraut gemacht wurde, hörte es einen Opfermanntext, war eingestimmt und sperrte die Lauscher weit auf für den ersten Teilnehmer.

Nikola gab eine Feriengeschichte von sich. Die Freundin des Freundes eines Freundes einer Freundin hatte Wohnungsstaub in der Nase. Ninja Turtles Aufkleber fürhten zu Stress mit Donatello und endeten am Ende in der Aussage, dass Hundebabies süßer als Menschenbabies sind.

Martin folgte mit 3 Gedichten. Ein Bleistiftspitzer führte zu Misshandlungsfantasien des Schefs. Dann hat es ein i-phone Gedicht gegeben, zu dem sich der Moderator etwas komplett unleserliches notiert hatte und zum Schluss kommt Blitz vor Donner und ein Lebensmüder Gaul entschließt Selbstmord zu begehen.

Das Publikum durfe endscheiden und applaudierte Nikola ins Finale.

Dann kam Klaus Lederwasch und fragte nach dem Schmetterling, erzählte von Biergewohnheiten und 2 Monate Essenverweigerung bis zum Schluss der Schmetterling mit den Flügeln Applaus schlägt, wunderbar.

Christine Teichmann gab wieder in you face. Sie sprach von Sprachgrenzen im Hof, vom sich unter der Fensterbank klein machen, über zerbrochene Brücken und das Anderausschauen und ließ das Publikum nachwirkend sprachlos.

Optimales Bühnenbeet für H.C. Roth. Dieser stellte sein Buch vor und laß aus der Geschichte eines Pinguins, der sich auf die Reise nach Amerika macht, um Rock-Star zu werden.

Aus dieser Dreiergruppe durften zwei weiter. Das Publikum klatschte etwas lauter für Klaus und Christine.

Nach der Pause hieß es Dreierfinale, diesmal in umgekehrter Reihenfolge.

Christine Teichmann wahnte vor dem Himmel ihrer Oma, Klaus Lederwasch erzählte von seinem Hollywood Drehbuch und Nikola stellte seinen Punkteplan im Falle eines Euromillionengewinns vor.

Das Publikum war rundum Glücklich und außerordentlich entscheidungsfaul beim ernennen des Siegers. Nachdem sich in vier Applausvotings kein eindeutiger Gewinner herausstellen mochte, verkündete man alle drei Poeten zu Drittelsiegern und hatte nun ein weitaus größeres Problem. Wie kann man eine Whiskyflasche am besten in drei gerechte Stücke teilen? Am besten so, dass man alle auf die Bühne holt und die Flasche verschwinden lässt.

Es war schön und wird auch das nächste Mal richtig Spaß machen.

Gleisdorf ist auf der Karte

kann sein, dass man wach sein muss

Nun, der Terminkalender eines Steiermärkischen Slampoeten ist in der Regel selten leer, dennoch recht übersichtlich. Wenn man dann also drin herumblättert, erwartet man nicht unbedingt folgendes in einer Woche zu tun zu haben:

MO-FR: Projektwoche an einer Volksschule

MI Slammoderation in Gleisdorf

FR Workshop + Slam in Rijeka

SA Symposium in Hartberg

und alles Neuland, also erste Projektwoche, Pilotslam in Gleisdorf, dann mein allererster Poetry Slam in Kroatien (!,also schon ein auserordentlich dickes Ausrufezeichen) und zum Schluss nach Hartberg, wo wohl auch niemand das Format kennen dürfte.

Eine Hammerwoche also.

Einzelheiten werden somusewill nachgetragen

Aller guten Dinge sind 3

Die Näschenels vorbei, die bittere Pastille ausgelutscht, also mach ich mal die Yasmo und „packe meinen Koffer“ um den bitteren Nachgeschmack von Versagen los zu werden. Wien, Linz und Innsbruck warten…

Tag 1: Textstrom Poetry Slam, Wien

„Komm vorbei, dein Text kommt an“ wirbt die SlaMama. Und zurecht tut sie. Nur ist das Vorbeikommen nicht immer so leicht, wenn man noch Unmengen von Sachen vorher erledigen muss. Ja, dann fährt man eben 3 Züge später, als man geplant hat. Glücklicherweise hat man ja diesmal keine Sparschiene gebucht. Die Location ist Hamma. Es gibt sicher viele Slams, die auf underground machen. So underground ist aber keiner. Das Rhiz befindet sich unter einer U-Bahn Station! Hallo! Wer mehr underground sein möchte, muss schon unter einem Atombunker slämmen, liegend.

Ich treffe den Plammer, versuche ihm Fragen zu verkaufen. Will er nicht, hat er selbst genug. Treffe die Clara, den Pianka, die Yasmo, den Hüttmannsberger und und und. 16 Ungeheuer wollen mitmachen, 12 dürfen. Für eine unter-dem-underground-Veranstaltung ist die Bude aber zu voll. Ich möchte gleichziehen und bestelle Hopfengenuss.

Zweimal darf ich meinen Gesamtumfang durch die Menschenmenge zur Bühne bemühen und werde mit Sieg belohnt. Yaggayaggayo, ist das schön. Danke dem Publikum, der Mama, der Lokation und nicht zuletzt auch der U-Bahn, die so geil auf den Finaltext getimet war. Wien hat sich so viel Mühe gegeben mein angeschlagenes Ego zusammenzuflicken. Danke viel.

Für Details bitte den Blog der Mama beschmökern: textstrom blog

Tag 2: PostScriptum Poetry Slam, Linz

Jeder Slammer setzt sich wahrscheinlich seine eigenen Jahresziele. Mein Ziel für das Jahr 2012 war es, alle österreichischen Slamstädte zu bereisen und mit Linz machte ich den letzten Haken auf der Liste. Ganz viel Grins auf meiner Fresse.

Es ist das übliche Prozedere. Es fällt mir jedes Mal schwerer, mich von Markus und Mieze zu lösen. Irgendwann muss man aber und dann braucht man ganz viel Unterstützung von den Öffis, um den Zug zu erwischen. Diese haben mich aber anscheinend so lieb gewonnen, dass sie mir jeden Wunsch erfüllen. Von hier nach da, von da nach dort und dann geht sich sogar noch eine in Rekordzeit gerauchte Lungenpraline aus. Yeah! Der Hüttmannsberger schaffte es auch und so gängsterten wir durch den überfüllten Railjet. Speisewagen, Kaffee, Kleinwuchs-und-Größenwahn-Gequatsche und schon ist man in Linz.

Und da wartet der Sevi, Moderator, Herbergsvater und einer meiner Lieblingsmenschen. Und man quatscht und man trinkt und dann geht man eben Slämmen. Und zwar im Solaris. Da trifft man Jimmy Lend, Benji, den Imböck, Rene Monet und und und und und man lernt noch kennen und fühlt sich so gut aufgehoben, dass man sich eine Couch hereinstellen möchte und man will Familienphotos auf den Tresen stellen und es als zweiten Wohnsitz angeben. In Linz gehört jeder umarmt. Obwohl der Gebäudekomplex gigantisch ist und sehr kalt rüberkommt, ist der Slam wunderbar detailverliebt. Eine große Sanduhr gibt das Zeitlimit, die Siegprämie füllt einen Wollstrumpf und das Publikum wird von einer regionalen Hammerwurfmeisterin mit Lollies beworfen.

Ich hatte wieder zwei Leben auf der Bühne. Vorrunde als bestes Tier abgeschlossen und mir dann vom wunderbaren Rene Monet den Sieg entreißen lassen. Gratulation an der Stelle. Der Abend war voller Liebe. Danach 3 Stockweke höher richtig gut abgezappelt, dann die Stadt leer getrunken. Taxi. Sevis Bude. Schlafen.

Sollte man irgendwann die Frage gestellt bekommen, was man denn so in Linz machen kann, so schlage ich folgende Antwortmöglichkeiten vor: Man kann in Linz feststellen, dass man in Wien sein Kulturbeutel vergessen hat. Man kann etwas leckeres mit Kaffee und Tequila trinken. Man kann den Gastgeber veranlassen, sich doch spontan frei zu nehmen und sich mit Frühstück und Kaffe überraschen lassen. Mann kann sich in Pubs erklären lassen, dass Bosnien doch(!) in Deutschland liegt. Mann kann vieles, aber nur ganz schwer kann man zur na-ja-selbst-wenn-ich-ne-Uhr-hätte-könnte-ich-sie-nicht-lesen-Zeit eine Dönerbude finden. Mann kann auch auf die Idee kommen „Kornspitz saved my live“ auf T-Shirts drucken zu lassen.

Man kann aber auch sagen: Ich habe keine Ahnung, was Linz für eine Stadt ist. Ich weiß nur, dass die Menschen, die sie beleben, gut sind. Sehr gut.

Ach ja, Slam Teams kann man in Linz auch gut gründen. Watch out 4 the Improleten yo!

Tag 3: Bäckerei Poetry Slam, Innsbruck

Ein Sektkorken ballert mit einem Tempo von etwa 40 km/h aus der Flasche. Theoretisch kann er bis zu 100 km/h erreichen.

Wenn man in Innsbruck bei Nacht vom Hotel zur Bäckerei geht, starrt man permanent auf eine Häuserreihe auf dem Berg, die den Anschein erweckt, man wäre in „Inception“ gefangen und gerade biege sich Umgebung zusammen. Bei Tag wirkt die Stadt aber auch nicht viel wirklicher. Innsbruck ist drogenfreies Kopfkino. Innsbruck ist aber auch Poetry Slam Mutterstadt in Österreich und ich habe ganz viel Respekt davor. Man trifft die krassen TORen (Martin Fritz, Markus Kozuh und meine SlamHassliebe Stefan Abermann), den Blamayer, die Silke und und und lernt kennen und lernt schätzen und dann beginnt ein Monster von einem Slam. Diesmal Simultanübersetzung der Slamtexte in die Gebärdensprache. Bumillo featurepoetet. Innception! Großes Kopfkino! Und slammily aller Länder, erblasset vor diesem so scheißgeil erzogenem Slam Publikum und küsset dem Köhle die Füße.

Die Winnerjute ist eine Spezialanfertigung, der Pokal ursprünglich zu irgendeiner Peinlichkeit aus Papa Slams Vergangenheit überreicht, der Sekt kaltgestellt. Irgendwo kommt auch eine Sonnenblume her, aber die mach die Sache nicht so spannend wie der Sekt, genauer der Sektkorken. Dieser knallt mir beim Siegesgeposere ganz ungeduldig gegen die Lippe. Selbstverschuldet, selbstblutend. Hat aber auch gutes. So musste ich mein Siegergelaber kurz halten und bin keinem auf den Sack gegangen.

Mein persönliches Ziel ist es, der blutrünstigste Slammer in Österreich zu sein. Es war ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für mich. Außerdem bilde ich mir auf die 21 von 20 Punkten von diesem Publikum definitiv etwas ein.

Bitte pack mir einwenig dieser Atmosphäre ein, zum Mittnehmen bitte. Ich wills in den Kühlschrank stellen, für miese Tage und so.

Ausfürliches vom Köhle hier nachzulesen: BPS Blog

Und was macht man in Innsbruck so wenn die Lippe aufhört zu bluten? Man rhytmokrümmt im Downunder. Da kann man seinen ganzen Tanzbärenmut zusammennehmen, auf ein Gerüst steigen und das Gesindel animieren. Aufsehen und Jubel garantiert! Man kann auch 2 Stunden auf ein Bosna warten und 3-4 Texte vor der Imbissbude kicken. Macht Spaß und ist gute Promo für die Innsbrucker Lesebühne Text ohne Reiter. Ja. Sollte man am 13.12. in Innsbruck sein, so muss man da vorbeischauen. Da riskiert der Bosnische Tanzbär wieder einmal eine dicke Lippe.

Es war super, es war autsch und es lässt alle Misserfolge vollkommen vergessen.

Danke für alles und jeden. Ihr wart alle so gut zu mir